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EU-Förderprogramm

Horizon Europe

Horizon Europe ist das zentrale Forschungs- und Innovationsrahmenprogramm der EU mit einem Gesamtbudget von 93,5 Mrd. € für den Zeitraum 2021–2027. Für 2026/2027 hat die EU-Kommission ein Arbeitsprogramm mit 14 Mrd. € beschlossen, davon mindestens 35 % für Klimaziele.

Struktur und Förderquoten

Die drei Säulen im Überblick

Säule 1 („Excellent Science“) stärkt die wissenschaftliche Basis der EU, etwa über den European Research Council und Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen. Säule 2 („Global Challenges and European Industrial Competitiveness“) ist in thematische Cluster gegliedert — von Gesundheit über Digitales, Industrie und Weltraum bis zu Klima, Energie und Mobilität — und ist für forschende Unternehmen meist der relevanteste Zugangspunkt. Säule 3 („Innovative Europe“) bündelt marktnähere Instrumente, darunter den EIC Accelerator.

Wie Anträge bewertet werden

Unabhängige EU-Gutachter bewerten jeden Antrag nach drei gleich gewichteten Kriterien: wissenschaftliche Exzellenz (Excellence), europäischer Mehrwert und Wirkung (Impact) sowie Qualität und Effizienz der Umsetzung (Quality and Efficiency of Implementation). Für jedes Kriterium gilt ein Mindestschwellenwert von 3 von 5 Punkten, in der Gesamtsumme über alle drei Kriterien wird typischerweise ein Schwellenwert von 10 von 15 Punkten verlangt — wer bei einem einzelnen Kriterium darunter bleibt, fällt unabhängig von der Gesamtpunktzahl durch.

Typischer Anwendungsfall

Ein deutsches Unternehmen mit Sensorik-Know-how tut sich mit einer französischen Forschungseinrichtung und einem niederländischen Industriepartner zusammen, um im Cluster „Digital, Industry and Space“ ein RIA-Projekt zur vorausschauenden Wartung in der Fertigung einzureichen. Da RIA-Projekte mit 100 % der förderfähigen Kosten bezuschusst werden, trägt keiner der drei Partner einen Eigenanteil — die eigentliche Herausforderung liegt darin, das Konsortium so zusammenzustellen und den Antrag so zu strukturieren, dass er alle drei Bewertungskriterien gleichermaßen überzeugend erfüllt.

Call-Fit prüfen, bevor Sie schreiben

Bevor ein Proposal entsteht, lohnt sich die genaue Lektüre des Call-Texts: Passt das eigene Vorhaben zum beschriebenen Scope, lassen sich die geforderten Expected Outcomes realistisch erreichen, und liegt der aktuelle technologische Reifegrad (TRL) im vom Call erwarteten Bereich? Ein Proposal, das nur thematisch passt, aber TRL oder Expected Outcomes verfehlt, hat kaum Aussicht auf Erfolg.

Proposal-Struktur

Ein Horizon-Europe-Proposal folgt durchgängig der Dreiteilung Excellence (wissenschaftlich-technische Qualität), Impact (erwartete Wirkung) und Implementation (Arbeitsplan, Konsortium, Ressourcen) — exakt entlang der Bewertungskriterien. Wer die Struktur des Calls beim Schreiben konsequent widerspiegelt, macht es den Gutachtern leicht, die Bewertungspunkte nachzuvollziehen.

Horizon Europe im Vergleich

Die ausführliche Gegenüberstellung zum marktnäheren Schwesterinstrument innerhalb von Horizon Europe finden Sie unter EIC Accelerator vs. Horizon Europe. Für kleinere, internationale KMU-Konsortien ist zudem Eurostars eine Alternative.

Angaben ohne Gewähr, Stand Juli 2026 — maßgeblich ist das offizielle Horizon-Europe-Arbeitsprogramm der EU-Kommission unter research-and-innovation.ec.europa.eu.

Bild folgt

EU-Flagge/Symbolik oder internationales Forschungsteam.

Häufige Fragen

Warum ist Horizon Europe als Rahmenprogramm so viel komplexer zu greifen als ein einzelnes nationales Programm?
Horizon Europe ist kein einzelnes Förderprogramm, sondern ein Dach über drei strukturell unterschiedliche Säulen mit jeweils eigenen Förderinstrumenten, Bewertungslogiken und Zielgruppen — von der Grundlagenforschung über den European Research Council bis zu marktnahen Instrumenten wie dem EIC Accelerator. Diese Komplexität ist beabsichtigt, da das Programm den gesamten Innovationszyklus von der Grundlagenforschung bis zur Marktreife abdecken soll, was zwangsläufig sehr unterschiedliche Förderlogiken innerhalb eines Gesamtbudgets erfordert. Für ein forschendes Unternehmen bedeutet das, dass die erste strategische Aufgabe nicht die Antragstellung selbst ist, sondern die Identifikation der richtigen Säule, des richtigen Clusters und des richtigen Calls innerhalb dieser komplexen Struktur. Wer diesen Vororientierungsschritt überspringt und direkt mit dem Schreiben beginnt, läuft Gefahr, viel Aufwand in einen inhaltlich unpassenden Call zu investieren.
Wie unterscheiden sich die drei Säulen für ein forschendes Unternehmen in der praktischen Relevanz?
Säule 1 (Excellent Science) richtet sich primär an Forschungseinrichtungen und einzelne Spitzenforscher über Instrumente wie den European Research Council, ist für Unternehmen jedoch meist nur als Kooperationspartner in Forschungsprojekten relevant, nicht als eigenständiger Antragsteller. Säule 2 (Global Challenges and European Industrial Competitiveness) ist mit ihren thematischen Clustern von Gesundheit über Digitales bis Klima und Energie für forschende Unternehmen in aller Regel der relevanteste Zugangspunkt, da hier anwendungsnahe Forschungs- und Innovationsprojekte in Konsortien mit klarem industriellen Bezug gefördert werden. Säule 3 (Innovative Europe) bündelt die marktnächsten Instrumente, allen voran den EIC Accelerator, und eignet sich für Unternehmen mit bereits weiter fortgeschrittenen, skalierungsreifen Innovationen. Die Wahl der richtigen Säule bestimmt maßgeblich, welche Konsortialstruktur, welcher Reifegrad und welche Förderquote für das eigene Vorhaben realistisch sind.
Was bedeutet der Unterschied zwischen Research and Innovation Actions (RIA) und Innovation Actions (IA) für die Förderquote?
Research and Innovation Actions richten sich an Vorhaben mit noch überwiegend forschungsorientiertem Charakter und werden einheitlich mit 100 % der förderfähigen Kosten für alle teilnehmenden Organisationen bezuschusst, unabhängig davon, ob es sich um Unternehmen, Forschungseinrichtungen oder Hochschulen handelt. Innovation Actions liegen demgegenüber näher an der Marktreife und zielen auf die Demonstration und erste Anwendung bereits entwickelter Technologien ab, wofür typischerweise abweichende, im Einzelfall zu prüfende Fördersätze gelten, die insbesondere bei gewinnorientierten Unternehmen oft niedriger als bei RIA ausfallen. Diese Differenzierung folgt der Logik, dass näher an der Marktreife liegende Vorhaben ein geringeres technisches Risiko tragen und deshalb ein höherer Eigenanteil des Unternehmens wirtschaftlich zumutbar ist. Die korrekte Einordnung des eigenen Vorhabens als RIA oder IA sollte deshalb bereits vor Beginn der Proposal-Erstellung geklärt werden, da sie die gesamte Finanzplanung und Konsortialstruktur beeinflusst.
Wie stelle ich sicher, dass mein Vorhaben tatsächlich zum jeweiligen Call passt, bevor ich Aufwand investiere?
Der Call-Text selbst ist die entscheidende Referenz und sollte Zeile für Zeile gegen das eigene Vorhaben geprüft werden — insbesondere der beschriebene Scope, die geforderten Expected Outcomes und der vom Call erwartete technologische Reifegrad (TRL), da eine Passung allein beim Oberthema keineswegs ausreicht. Viele Calls definieren einen sehr spezifischen TRL-Korridor, etwa TRL 4 bis 6, und ein Vorhaben, das deutlich darunter oder darüber liegt, wird von den Gutachtern unabhängig von seiner fachlichen Qualität als nicht passend bewertet. Ebenso wichtig ist die Prüfung der Expected Outcomes, die oft sehr konkrete, messbare Wirkungsversprechen formulieren, an denen sich der spätere Impact-Teil des Proposals orientieren muss. Diese Call-Fit-Prüfung sollte immer der erste Schritt sein, noch vor der Konsortialbildung, da sich sonst ein Konsortium um ein Vorhaben formiert, das strukturell keine Aussicht auf Förderung hat.
Warum entscheidet ein einziges schwaches Bewertungskriterium über Erfolg oder Misserfolg, selbst bei hoher Gesamtpunktzahl?
Die drei Bewertungskriterien Excellence, Impact und Quality/Efficiency of Implementation werden nicht nur in der Summe, sondern auch einzeln mit einem Mindestschwellenwert von 3 von 5 Punkten geprüft — ein Proposal, das bei einem einzelnen Kriterium unter diese Schwelle fällt, scheidet unabhängig von der Gesamtpunktzahl aus dem Verfahren aus. Diese Regelung verhindert, dass ein Proposal allein durch wissenschaftliche Exzellenz eine schwache Umsetzungsplanung oder einen unklaren europäischen Mehrwert kompensiert, und erzwingt eine gleichmäßig hohe Qualität über alle drei Dimensionen hinweg. In der Praxis bedeutet das, dass insbesondere der Implementation-Teil, der Arbeitsplan, Ressourcenverteilung und Risikomanagement umfasst, nicht als bloße Formalität behandelt werden darf, sondern mit derselben Sorgfalt wie der wissenschaftlich-technische Kern erarbeitet werden muss. Proposals scheitern in der Praxis auffällig häufig am Impact-Kriterium, da hier eine über die reine technische Innovation hinausgehende gesellschaftliche und wirtschaftliche Wirkung überzeugend dargelegt werden muss.
Wie baue ich ein Konsortium auf, das die Anforderungen an internationale Zusammensetzung erfüllt und inhaltlich überzeugt?
RIA-Projekte erfordern mindestens drei Partner aus drei verschiedenen EU-Mitgliedstaaten oder assoziierten Ländern, wovon mindestens einer aus einem EU-Mitgliedstaat stammen muss — diese formale Mindestanforderung ist jedoch nur der Ausgangspunkt, nicht das Ziel der Konsortialplanung. Entscheidend für die Bewertung ist, dass jeder Partner einen klar erkennbaren, komplementären Beitrag zum Gesamtvorhaben leistet, sodass die Gutachter nachvollziehen können, warum genau diese Partnerkonstellation und keine andere für den Erfolg des Vorhabens notwendig ist. Ein Konsortium, das lediglich die formale Mindestanforderung erfüllt, ohne dass die Rollenverteilung inhaltlich zwingend erscheint, wird beim Implementation-Kriterium regelmäßig schwächer bewertet als ein Konsortium mit klar begründeter Aufgabenteilung. Die Partnersuche sollte deshalb immer von der inhaltlichen Notwendigkeit ausgehen, welche Kompetenzen und Ressourcen für das Vorhaben tatsächlich fehlen, nicht von der bloßen Verfügbarkeit möglicher Partner.
Wie unterscheidet sich Horizon Europe strategisch vom EIC Accelerator, wenn beide Teil desselben Rahmenprogramms sind?
Obwohl der EIC Accelerator formal Teil der dritten Säule von Horizon Europe ist, unterscheiden sich beide Instrumente fundamental in Zielgruppe und Prozess: Klassische Horizon-Europe-Projekte in Säule 2 richten sich an Konsortien mit forschungsnahem Charakter und einer Förderquote von bis zu 100 % bei RIA, während der EIC Accelerator einzelne, hochinnovative Unternehmen mit marktnahem Vorhaben und einer Förderquote von bis zu 70 % plus optionalem Eigenkapital adressiert. Ein Unternehmen mit einem noch forschungsintensiven, kollaborativen Vorhaben ist bei einem thematischen Cluster in Säule 2 meist besser aufgehoben, während ein Unternehmen mit einem bereits marktreifen, aber kapitalintensiven Skalierungsvorhaben eher zum EIC Accelerator passt. Diese Unterscheidung ist strategisch wichtig, da die beiden Instrumente unterschiedliche Konsortialanforderungen, Bewertungskriterien und Zeithorizonte haben, die nicht beliebig austauschbar sind.
Warum lohnt sich professionelle Unterstützung besonders bei der Proposal-Struktur nach Excellence, Impact und Implementation?
Die dreigliedrige Struktur aus Excellence, Impact und Implementation ist keine bloße Formvorgabe, sondern spiegelt exakt die Gewichtung der Bewertungskriterien wider, sodass Gutachter erwarten, jedes Kriterium klar strukturiert und eigenständig adressiert wiederzufinden. Viele technisch exzellente Teams unterschätzen insbesondere den Impact-Teil, da er eine über die reine wissenschaftlich-technische Innovation hinausgehende Argumentation zu gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Wirkung erfordert, die nicht intuitiv aus der Forschungsarbeit selbst folgt. ClausiusAI unterstützt dabei, diese Struktur konsequent durchzuhalten und sicherzustellen, dass keines der drei Kriterien unter den kritischen Mindestschwellenwert von 3 von 5 Punkten fällt, was angesichts der Alles-oder-Nichts-Logik der Schwellenwerte entscheidend für den Gesamterfolg ist. Diese strukturierte Vorbereitung reduziert das Risiko, dass ein inhaltlich starkes Vorhaben an einer unausgewogenen Proposal-Struktur scheitert.
Wie hilft ClausiusAI konkret bei der Auswahl der passenden Säule, des passenden Clusters und Calls?
ClausiusAI analysiert zunächst den Reifegrad und den Charakter Ihres Vorhabens, um zu bestimmen, ob eine forschungsnahe Positionierung in Säule 2, eine marktnahe Positionierung über den EIC Accelerator in Säule 3, oder eine Kooperationsrolle in einem von Forschungseinrichtungen geführten Säule-1-Projekt am besten passt. Innerhalb der relevanten Säule wird anschließend systematisch geprüft, welcher thematische Cluster und welcher konkrete Call inhaltlich, zeitlich und im geforderten TRL-Korridor zum Vorhaben passt, um Fehlinvestitionen in unpassende Ausschreibungen zu vermeiden. Bei Bedarf wird auch die Konsortialstrategie mitgedacht, etwa welche Art von Partnern für die jeweilige Säule typischerweise erwartet wird und wie sich eine überzeugende internationale Zusammensetzung aufbauen lässt. Diese vorgelagerte, strategische Einordnung ist der Grundstein für ein Proposal, das von Anfang an auf ein realistisch erreichbares Ziel ausgerichtet ist.
Was mache ich, wenn mein Vorhaben zwischen mehreren Clustern oder Instrumenten liegt und keine eindeutige Zuordnung erlaubt?
Interdisziplinäre Vorhaben, die beispielsweise sowohl den Cluster Digital, Industry and Space als auch den Cluster Climate, Energy and Mobility berühren, sind keine Seltenheit und erfordern eine bewusste strategische Entscheidung, unter welchem Cluster die stärkste inhaltliche Passung und die höchste Erfolgswahrscheinlichkeit besteht. Statt das Vorhaben künstlich auf einen Cluster zu verengen, sollte geprüft werden, welcher Cluster die im Vorhaben angelegte Kernkompetenz und den primären Wirkungsanspruch am treffendsten abbildet, während sekundäre Aspekte im Impact-Teil des Proposals ergänzend dargestellt werden können. In manchen Fällen kann auch eine Aufteilung des Gesamtvorhabens in mehrere, jeweils klarer zuordenbare Teilprojekte sinnvoller sein als ein einzelner, thematisch diffuser Antrag. Diese Entscheidung sollte fachlich fundiert und nicht vorschnell getroffen werden, da eine falsche Cluster-Zuordnung die Erfolgschancen unabhängig von der inhaltlichen Qualität des Vorhabens erheblich mindert.

Horizon Europe mit ClausiusAI beantragen

Horizon-Europe-Anträge erfordern internationale Konsortien und eine an EU-Kriterien ausgerichtete Antragslogik. ClausiusAI hilft, Ihr Vorhaben passend zu strukturieren und die richtige Förderlinie innerhalb des Programms zu identifizieren.

  • Schnellere Antragstellung

    Der Antrag wird strukturiert vorbereitet, statt bei null anzufangen.

  • Strukturierter Prozess

    Alle Angaben, Dokumente und offenen Punkte in einem gemeinsamen Online-Kooperationstool statt verstreuten E-Mails und Dateien.

  • Belastbarer Antragsinhalt

    Ihr Unternehmenskontext und der wissenschaftlich-technische Hintergrund fließen in den Antrag ein, statt einer generischen Vorlage.

  • Passende Fördersumme

    Förderfähige Kostenarten werden systematisch geprüft, statt Positionen zu übersehen.

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