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Förderprogramm Deutschland

Forschungszulage beantragen

Die Forschungszulage nach dem Forschungszulagengesetz (FZulG) ist eine steuerliche Förderung für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben — unabhängig von Branche und Unternehmensgröße. Anders als bei den meisten anderen Förderprogrammen läuft der Antrag zweistufig über Finanzamt und Bescheinigungsstelle.

Förderquote und förderfähige Kosten

Forschungszulage-Rechner

Eine grobe Orientierung auf Basis Ihrer förderfähigen Personalkosten.

Unternehmensgröße

Unverbindliche Schätzung, keine Rechtsauskunft. Berücksichtigt nicht die seit dem 1. Januar 2026 mögliche zusätzliche 20-%-Pauschale auf direkte Projektkosten, da deren genaues Verhältnis zum Höchstbetrag der Bemessungsgrundlage bei Erstellung dieses Rechners nicht eindeutig geklärt war. Maßgeblich ist die Bescheinigung der BSFZ im Einzelfall.

So läuft der Antrag ab

  1. 1. Bescheinigung bei der BSFZ: Online-Antrag bei der Bescheinigungsstelle Forschungszulage, die prüft, ob das Vorhaben inhaltlich förderfähige Forschung/Entwicklung darstellt.
  2. 2. Festsetzung beim Finanzamt: Mit der BSFZ-Bescheinigung wird der eigentliche Antrag auf Festsetzung der Forschungszulage über ELSTER beim zuständigen Finanzamt gestellt.

Was eine belastbare Bescheinigungsgrundlage ausmacht

Die BSFZ prüft, ob das beschriebene Vorhaben inhaltlich den gesetzlichen Kategorien Grundlagenforschung, industrielle Forschung oder experimentelle Entwicklung zuzuordnen ist — nicht, ob es wirtschaftlich erfolgversprechend ist. Entscheidend ist deshalb eine präzise, fachlich nachvollziehbare Beschreibung des technischen oder wissenschaftlichen Neuheitsgrads gegenüber dem Stand der Technik, nicht die reine Auflistung von Projektzielen. Eine zu allgemein gehaltene oder zu stark auf betriebswirtschaftliche Aspekte fokussierte Beschreibung ist einer der häufigsten Gründe, warum eine Bescheinigung verzögert oder abgelehnt wird.

Typische förderfähige Tätigkeiten

Förderfähig sind etwa die Entwicklung neuer oder wesentlich verbesserter Produkte, Verfahren oder Software mit technischem Neuheitsgehalt, begleitende Grundlagen- und Anwendungsforschung sowie experimentelle Entwicklungsarbeiten bis zum funktionsfähigen Prototyp. Nicht förderfähig sind dagegen reine Anpassungen an bestehende Standardlösungen, routinemäßige Qualitätskontrollen oder Marktforschung ohne eigenen technischen Entwicklungsanteil.

Typischer Anwendungsfall

Ein Softwareunternehmen mit 15 Entwicklerinnen und Entwicklern arbeitet laufend an neuen Funktionen mit KI-Bezug. Statt für jedes einzelne Entwicklungsprojekt einen separaten Zuschussantrag zu stellen, lässt sich die Forschungszulage einmal jährlich für die gesamten förderfähigen Personalkosten der F&E-Tätigkeit beantragen — planbar und unabhängig davon, ob gerade ein konkretes ZIM-Projekt läuft. Läuft parallel ein einzelnes, klar abgegrenztes Entwicklungsvorhaben, kann dieses zusätzlich über ZIM gefördert werden, solange die jeweiligen Kostenanteile sauber getrennt sind.

Software und KI: förderfähig oder Routine?

Tendenziell förderfähig

  • Entwicklung neuer Algorithmen oder Architekturen mit ungewissem Ausgang
  • Eigenes Training oder wesentliche Anpassung von KI-Modellen für ein neuartiges Problem
  • Grundlegend neue Softwarearchitektur mit technischem Neuheitsgehalt

Tendenziell nicht förderfähig

  • Standardintegration bestehender KI-APIs oder Bibliotheken ohne eigenen Entwicklungsanteil
  • Reine Konfiguration oder Anpassung von Standardsoftware
  • Routinemäßige Wartung, Bugfixing oder UI-Anpassungen

Die Einordnung entscheidet die BSFZ immer im Einzelfall anhand der konkreten Projektbeschreibung — mehr zum Themenfeld auf KI und Software und Digitalisierung.

Zeit- und Projektdokumentation

Für die Bemessungsgrundlage muss der zeitliche Aufwand der F&E-Tätigkeit nachvollziehbar dokumentiert werden — üblich ist eine laufende, tätigkeitsbezogene Zeiterfassung statt einer nachträglichen Schätzung. Je klarer F&E-Zeit von anderen Tätigkeiten getrennt wird, desto belastbarer ist die spätere Bescheinigung.

Rückfragen, Ablehnung und Einspruch

Die BSFZ kann bei unklaren Angaben nachfragen, bevor sie bescheinigt. Bei einer Ablehnung ist ein Einspruch gegen den Steuerbescheid des Finanzamts möglich — eine erneute inhaltliche Prüfung durch die BSFZ mit nachgeschärfter Beschreibung ist ebenfalls ein gangbarer Weg.

Forschungszulage im Vergleich zu ZIM

Die ausführliche Gegenüberstellung mit Entscheidungshilfe und Hinweisen zur Kombination beider Instrumente finden Sie unter Forschungszulage vs. ZIM.

Angaben ohne Gewähr, Stand Juli 2026 — maßgeblich sind die offiziellen Angaben der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) und des Finanzamts.

Bild folgt

Schema des zweistufigen Antragswegs über BSFZ und Finanzamt.

Häufige Fragen

Was, wenn ich unsicher bin, ob mein Vorhaben unter Grundlagenforschung, industrielle Forschung oder experimentelle Entwicklung fällt?
Diese Einordnung nimmt letztlich die BSFZ im Rahmen der Bescheinigung vor, weshalb Sie sich vor Antragstellung nicht zwingend selbst festlegen müssen — entscheidend ist eine präzise, ehrliche Beschreibung des tatsächlichen Vorhabens, aus der sich die Kategorie nachvollziehbar ergibt. Die meisten Unternehmensvorhaben fallen in die Kategorie der experimentellen Entwicklung, da sie auf bereits vorhandenem wissenschaftlichem Wissen aufbauen und dieses zu neuen oder wesentlich verbesserten Produkten, Verfahren oder Software weiterentwickeln. Eine fachlich unpräzise Selbsteinordnung in der Antragsbeschreibung kann jedoch zu Rückfragen oder Verzögerungen führen, weshalb sich eine sorgfältige Formulierung auszahlt, auch ohne dass Sie die exakte gesetzliche Kategorie selbst benennen müssen. Im Zweifel hilft eine fachkundige Einschätzung vor Einreichung, um spätere Nachfragen zu vermeiden.
Wie lange dauert die Bearbeitung durch die BSFZ typischerweise?
Die Bearbeitungsdauer schwankt je nach Komplexität des Vorhabens und aktueller Antragslast bei der Bescheinigungsstelle, liegt erfahrungsgemäß aber häufig im Bereich mehrerer Wochen bis weniger Monate, deutlich kürzer als das zweistufige Begutachtungsverfahren vieler Zuschussprogramme. Eine präzise, vollständige Erstbeschreibung ohne Nachfragebedarf beschleunigt den Prozess spürbar, während unklare oder zu allgemein gehaltene Angaben zu zusätzlichen Rückfragen und damit zu Verzögerungen führen können. Da die Forschungszulage laufend und auch rückwirkend beantragt werden kann, wirkt sich eine längere Bearbeitungszeit anders als bei zeitkritischen Zuschussprogrammen nicht auf eine feste Antragsfrist aus. Für eine verlässliche Zeitplanung sollten Sie dennoch einen realistischen Puffer einplanen, insbesondere wenn die Zulage für eine konkrete Finanzplanung im laufenden Wirtschaftsjahr relevant ist.
Muss ich die Forschungszulage jedes Jahr neu bescheinigen lassen, auch für dasselbe laufende Projekt?
Ja, die Bescheinigung bezieht sich auf einen bestimmten Zeitraum und muss für die förderfähigen Tätigkeiten jedes Wirtschaftsjahr erneut beantragt werden, auch wenn es sich inhaltlich um dieselbe fortlaufende Entwicklungstätigkeit handelt. Dieser wiederkehrende Prozess ist bewusst so angelegt, da sich der tatsächliche Personalaufwand und die konkreten Entwicklungsschritte von Jahr zu Jahr ändern können und entsprechend jeweils neu dokumentiert werden müssen. In der Praxis lässt sich dieser wiederkehrende Aufwand jedoch deutlich reduzieren, wenn die zugrundeliegende Zeiterfassung und Projektdokumentation von Beginn an strukturiert und kontinuierlich geführt wird, statt sie jährlich neu aufzubauen. Für Unternehmen mit dauerhaft forschungsintensiver Tätigkeit lohnt sich deshalb der Aufbau eines wiederverwendbaren, systematischen Dokumentationsprozesses.
Was passiert, wenn sich mein Projekt während der Bearbeitungszeit durch die BSFZ inhaltlich weiterentwickelt?
Eine gewisse Weiterentwicklung innerhalb der ursprünglich beschriebenen technischen Fragestellung ist unproblematisch und entspricht dem normalen Verlauf eines Forschungs- und Entwicklungsvorhabens mit echtem technischem Risiko. Verändert sich der Charakter des Vorhabens jedoch grundlegend, etwa durch eine vollständig neue technische Zielsetzung, sollte dies der BSFZ transparent mitgeteilt werden, um die Bescheinigungsgrundlage konsistent zu halten. In der Praxis empfiehlt sich, wesentliche Zwischenergebnisse und Richtungsänderungen ohnehin laufend zu dokumentieren, da diese Dokumentation später sowohl für die Bescheinigung als auch für eine mögliche Anschlussbeantragung wertvoll ist. Eine proaktive Kommunikation wesentlicher Änderungen wird von der Bescheinigungsstelle erfahrungsgemäß positiver bewertet als eine nachträglich auffallende Diskrepanz zwischen Antrag und tatsächlichem Projektverlauf.
Zählt die neue 20-Prozent-Pauschale ab 2026 auch für bereits laufende, vor 2026 begonnene Vorhaben?
Die zusätzliche Pauschale auf direkte förderfähige Projektkosten gilt laut aktueller Regelung ausdrücklich für neue Forschungs- und Entwicklungsvorhaben ab dem 1. Januar 2026, nicht automatisch rückwirkend für bereits vor diesem Stichtag begonnene Projekte. Für Unternehmen mit mehreren parallelen oder aufeinanderfolgenden FuE-Vorhaben lohnt sich deshalb eine genaue Prüfung, welche Projekte formal als neu im Sinne dieser Regelung gelten und welche als Fortführung bestehender Vorhaben einzustufen sind. Diese Abgrenzung kann im Einzelfall komplex sein, insbesondere wenn ein bestehendes Projekt um neue Arbeitspakete erweitert wird. Eine sorgfältige, fachkundige Prüfung dieser zeitlichen Abgrenzung ist ratsam, um die zusätzliche Pauschale dort geltend zu machen, wo sie tatsächlich zusteht, ohne sie fälschlich auch für nicht anspruchsberechtigte Altvorhaben anzusetzen.
Wie wirkt sich Auftragsforschung an eine externe Stelle auf die Bemessungsgrundlage aus?
Beauftragen Sie eine externe Stelle mit Forschungs- oder Entwicklungsarbeiten, sind bis zu 60 % der Auftragssumme als förderfähige Kosten ansetzbar, auch wenn die eigentliche Entwicklungsarbeit nicht im eigenen Unternehmen, sondern beim beauftragten Dienstleister oder der Forschungseinrichtung stattfindet. Dieser Mechanismus macht die Forschungszulage auch für Unternehmen interessant, die keine eigene FuE-Abteilung unterhalten, sondern gezielt externe Expertise für einzelne Entwicklungsschritte einkaufen. Wichtig ist, dass die beauftragte Tätigkeit selbst die inhaltlichen FuE-Kriterien erfüllt — eine reine Standarddienstleistung ohne eigenen Entwicklungsanteil ist auch bei externer Vergabe nicht förderfähig. Der Auftragsvertrag sollte die zu erbringende Forschungs- oder Entwicklungsleistung deshalb möglichst präzise beschreiben, um die spätere Bescheinigungsfähigkeit nicht zu gefährden.
Was, wenn mein Steuerberater mit dem zweistufigen Verfahren über BSFZ und Finanzamt nicht vertraut ist?
Das ist in der Praxis nicht ungewöhnlich, da die Forschungszulage ein vergleichsweise junges Instrument ist und viele Steuerberater primär mit klassischen steuerlichen Sachverhalten befasst sind, nicht mit der fachlich-technischen Bescheinigungslogik der BSFZ. Die inhaltliche Vorhabenbeschreibung für die Bescheinigungsstelle erfordert ohnehin eine andere Kompetenz als die steuerliche Festsetzung beim Finanzamt, weshalb eine Aufteilung zwischen fachlicher Antragsvorbereitung und steuerlicher Begleitung durch den Steuerberater sinnvoll ist. Für den zweiten Schritt, die Festsetzung über ELSTER, bleibt der Steuerberater dennoch der richtige Ansprechpartner, insbesondere für die korrekte bilanzielle und steuerliche Behandlung. Eine gute Abstimmung zwischen fachlicher Antragsvorbereitung und steuerlicher Begleitung erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit auf beiden Verfahrensstufen.
Warum lohnt sich fachliche Unterstützung speziell bei der BSFZ-Bescheinigung, wenn ein Rechtsanspruch besteht?
Der Rechtsanspruch bezieht sich, wie bereits erläutert, auf das Ob der Förderung bei erfüllten Kriterien — die BSFZ prüft dennoch inhaltlich sorgfältig, ob die gesetzlichen Kategorien tatsächlich erfüllt sind, und eine zu allgemein oder zu betriebswirtschaftlich formulierte Beschreibung zählt zu den häufigsten Gründen für Verzögerungen oder Ablehnungen. Fachliche Unterstützung reduziert dieses Risiko, indem sie die technische Argumentation von Beginn an entlang der tatsächlichen Prüflogik der Bescheinigungsstelle strukturiert und die Abgrenzung zum Stand der Technik präzise herausarbeitet. Zusätzlich hilft eine strukturierte Vorbereitung dabei, die Zeiterfassung und Kostendokumentation so aufzubauen, dass sie im Prüfungsfall lückenlos vorgelegt werden kann. Der Rechtsanspruch erleichtert damit die grundsätzliche Planbarkeit, ersetzt aber nicht die Sorgfalt bei der inhaltlichen und dokumentarischen Vorbereitung.
Bereitet ClausiusAI auch die Zeiterfassungsdokumentation für die Bemessungsgrundlage vor?
ClausiusAI hilft dabei, eine strukturierte Grundlage für die Zeit- und Projektdokumentation zu etablieren, die tätigkeitsbezogene FuE-Zeit nachvollziehbar von anderen Tätigkeiten trennt und damit die spätere Bemessungsgrundlage belastbar macht. Die eigentliche laufende Zeiterfassung während des Wirtschaftsjahres bleibt jedoch eine originär unternehmensinterne Aufgabe, da nur Ihr Team selbst die tatsächlich geleisteten Stunden verlässlich dokumentieren kann. Wichtig ist, diese Dokumentation von Beginn an tätigkeitsbezogen statt nachträglich geschätzt zu führen, da eine im Nachhinein rekonstruierte Zeiterfassung bei einer Prüfung deutlich weniger belastbar ist. Wir unterstützen dabei, ein für Ihr Unternehmen praktikables Dokumentationssystem aufzusetzen, das sowohl den Anforderungen der BSFZ genügt als auch den internen Aufwand realistisch begrenzt.
Was mache ich, wenn die BSFZ Rückfragen zu meinem Antrag stellt?
Rückfragen der BSFZ sind ein normaler Bestandteil des Prüfverfahrens und kein automatisches Signal für eine bevorstehende Ablehnung — sie entstehen häufig dann, wenn einzelne Angaben aus Sicht der Bescheinigungsstelle noch nicht ausreichend präzise oder fachlich nachvollziehbar sind. Entscheidend ist, Rückfragen zeitnah und mit konkreten, technisch fundierten Ergänzungen zu beantworten, statt pauschal auf bereits gemachte Angaben zu verweisen. In vielen Fällen lässt sich eine Rückfrage durch eine gezielte Nachschärfung der Abgrenzung zum Stand der Technik oder eine genauere Beschreibung des technischen Risikos zufriedenstellend klären. Wer sich bei der Beantwortung einer Rückfrage unsicher ist, sollte fachliche Unterstützung hinzuziehen, da eine unpräzise Nachbesserung das Risiko einer anschließenden Ablehnung erhöhen kann.

Forschungszulage mit ClausiusAI beantragen

Der zweistufige Prozess über BSFZ und Finanzamt ist fehleranfällig, wenn die inhaltliche Beschreibung des F&E-Vorhabens nicht zur steuerlichen Logik passt. ClausiusAI bereitet die inhaltliche Bescheinigungsgrundlage strukturiert vor.

  • Schnellere Antragstellung

    Der Antrag wird strukturiert vorbereitet, statt bei null anzufangen.

  • Strukturierter Prozess

    Alle Angaben, Dokumente und offenen Punkte in einem gemeinsamen Online-Kooperationstool statt verstreuten E-Mails und Dateien.

  • Belastbarer Antragsinhalt

    Ihr Unternehmenskontext und der wissenschaftlich-technische Hintergrund fließen in den Antrag ein, statt einer generischen Vorlage.

  • Passende Fördersumme

    Förderfähige Kostenarten werden systematisch geprüft, statt Positionen zu übersehen.

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